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Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

für die Nutzung der Compliance-Plattform „Nisty" (nisty.at)

§ 1 Geltungsbereich und Anbieter

(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für die Nutzung der Online-Plattform „Nisty" und aller damit verbundenen Leistungen.

(2) Anbieter und Vertragspartner sind gemeinsam und gleichrangig:

Strategie Manufaktur Unternehmensberatung e.U., Romatschachen 86, 8212 Pischelsdorf, Österreich (FN 653876h, Landesgericht für ZRS Graz), und Risk-Vision GmbH, Südsiedlung 1/1, 8401 Kalsdorf, Österreich (FN 619592s, Landesgericht für ZRS Graz, UID ATU80320109) — nachfolgend gemeinsam „Anbieter".

Zentrale Kontakt- und Zustelladresse: office@nisty.at

(3) Vertragssprache ist Deutsch. Entgegenstehende oder abweichende Bedingungen des Kunden werden nur Vertragsbestandteil, wenn der Anbieter ihnen ausdrücklich schriftlich zustimmt.

(4) Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 1 KSchG, die den Vertrag in Ausübung ihrer unternehmerischen Tätigkeit schließen. Verbraucher sind nicht Zielgruppe der Plattform. Sollte im Einzelfall dennoch ein Verbraucher Vertragspartner werden, gehen zwingende verbraucherschutzrechtliche Bestimmungen diesen AGB vor (siehe § 10).

§ 2 Vertragsgegenstand und Leistungsbeschreibung

(1) Der Anbieter stellt eine webbasierte Software (SaaS) zur strukturierten Vorbereitung auf NIS-2- und vergleichbare Cybersicherheits-Anforderungen bereit. Die Plattform umfasst insbesondere Gap-Analyse, Maßnahmenplanung, Richtlinien-Templates, Lieferanten-Bewertung, Incident- und Schulungsverwaltung sowie die Erstellung eines Compliance-Statusberichts.

(2) Die Leistungen werden in unterschiedlichen Plänen (Basic, Guided, Premium) angeboten. Der konkrete Leistungsumfang ergibt sich aus der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültigen Leistungs- und Preisübersicht auf der Website (nisty.at/pricing.html).

(3) Selbstauskunft: Sämtliche Auswertungen, der Compliance-Statusbericht und alle Empfehlungen beruhen ausschließlich auf den vom Kunden eingegebenen Angaben (Selbstauskunft). Der Anbieter überprüft diese Angaben nicht auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität. Die Plattform stellt eine Orientierungs- und Dokumentationshilfe dar und ersetzt keine rechtliche, technische oder sicherheitsfachliche Beratung im Einzelfall.

(4) Kein Zertifikat, keine Sicherheitsgarantie: Der Anbieter ist keine staatliche Stelle und keine akkreditierte Zertifizierungs- oder Konformitätsbewertungsstelle. Der Compliance-Statusbericht ist keine staatliche NIS-2-Zertifizierung und begründet keinen Anspruch auf Erteilung eines staatlichen NIS-2-Zertifikats oder eines vergleichbaren behördlichen Nachweises. Es wird nicht gewährleistet, dass durch die Nutzung der Plattform IT-Sicherheit hergestellt oder erhöht oder eine gesetzliche Pflicht (insbesondere nach NIS-2) tatsächlich erfüllt wird. Über das Bestehen und die Erfüllung von Pflichten entscheiden allein die zuständigen Behörden.

§ 3 Registrierung und Vertragsschluss

(1) Die Nutzung setzt eine Registrierung mit gültigen, vollständigen und aktuellen Angaben voraus. Der Kunde sichert zu, dass er zur Begründung des Vertrags berechtigt ist.

(2) Mit Absenden der Registrierung bzw. Auswahl eines kostenpflichtigen Plans gibt der Kunde ein verbindliches Angebot ab. Der Vertrag kommt mit der Bestätigung durch den Anbieter bzw. der Freischaltung des Zugangs zustande.

(3) Der Kunde ist verpflichtet, seine Zugangsdaten geheim zu halten, eine Mehr-Faktor-Authentifizierung zu nutzen, soweit angeboten, und den Anbieter unverzüglich über einen Missbrauch zu informieren.

§ 4 Testphase

(1) Soweit eine kostenlose Testphase angeboten wird, kann diese ohne Angabe von Zahlungsdaten genutzt werden, sofern nicht anders ausgewiesen.

(2) Nach Ablauf der Testphase besteht keine automatische Zahlungspflicht, sofern der Kunde keinen kostenpflichtigen Plan abgeschlossen hat.

§ 5 Preise und Zahlungsbedingungen

(1) Es gelten die zum Zeitpunkt der Bestellung auf der Website ausgewiesenen Preise. Die Abrechnung erfolgt — soweit nicht anders vereinbart — monatlich oder jährlich im Voraus, je nach gewähltem Abrechnungszeitraum.

(2) Die Preise verstehen sich netto zzgl. der jeweils geltenden gesetzlichen Umsatzsteuer.

(3) Die Zahlungsabwicklung erfolgt über den Zahlungsdienstleister Stripe. Es gelten ergänzend dessen Bedingungen. Zahlungsdaten werden ausschließlich von Stripe verarbeitet und nicht beim Anbieter gespeichert.

(4) Bei Zahlungsverzug ist der Anbieter berechtigt, den Zugang nach angemessener Frist und Mahnung zu sperren. Die gesetzlichen Verzugsfolgen bleiben unberührt.

§ 6 Laufzeit und Kündigung

(1) Der Vertrag wird mit einer Mindestvertragslaufzeit von zwölf (12) Monaten ab Vertragsbeginn geschlossen. Während des ersten Vertragsjahres ist die ordentliche Kündigung ausgeschlossen. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit läuft der Vertrag auf unbestimmte Zeit weiter und kann von beiden Seiten ordentlich zum Ende des jeweils laufenden Abrechnungszeitraums (monatlich bzw. jährlich) gekündigt werden.

(2) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere bei erheblichem Verstoß gegen diese AGB oder bei missbräuchlicher Nutzung vor.

(3) Kündigungen bedürfen der Textform (z. B. per E-Mail an office@nisty.at oder über die Kontoverwaltung).

(4) Zur Datenexport- und Löschungsregelung nach Vertragsende siehe § 9 sowie den Auftragsverarbeitungsvertrag.

§ 7 Pflichten und Verantwortung des Kunden

(1) Der Kunde ist für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit der von ihm eingegebenen Daten allein verantwortlich. Er stellt sicher, dass er zur Eingabe personenbezogener Daten Dritter berechtigt ist.

(2) Der Kunde darf die Plattform nicht missbräuchlich nutzen, insbesondere nicht zur Speicherung rechtswidriger Inhalte, zur Beeinträchtigung der Sicherheit oder Verfügbarkeit oder unter Umgehung technischer Schutzmaßnahmen.

(3) Der Kunde stellt den Anbieter von Ansprüchen Dritter frei, die auf einer rechtswidrigen oder vertragswidrigen Nutzung durch den Kunden beruhen, soweit der Kunde dies zu vertreten hat.

§ 8 Verfügbarkeit

(1) Der Anbieter bemüht sich um eine möglichst hohe Verfügbarkeit der Plattform, schuldet jedoch — soweit nicht ausdrücklich anders vereinbart — keine bestimmte Verfügbarkeit (Service Level). Eine ununterbrochene, jederzeitige oder dauerhafte (permanente) Verfügbarkeit der Plattform wird ausdrücklich nicht geschuldet.

(2) Wartungsarbeiten, Störungen außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters (z. B. höhere Gewalt, Ausfälle von Vorleistungen) sowie notwendige Sicherheitsmaßnahmen können zu vorübergehenden oder dauerhaften Einschränkungen führen.

(3) Der Anbieter schuldet keine dauerhafte Aufbewahrung der vom Kunden eingegebenen Daten. Der Kunde ist für die regelmäßige eigene Sicherung (Export) seiner Daten selbst verantwortlich. Für den Verlust, die Löschung, die Veränderung, die Beschädigung oder die vorübergehende bzw. dauerhafte Nichtverfügbarkeit von Daten wird — soweit gesetzlich zulässig — nicht gehaftet (siehe § 11).

§ 9 Datenschutz und Auftragsverarbeitung

(1) Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten nach Maßgabe der Datenschutzerklärung.

(2) Soweit der Kunde über die Plattform personenbezogene Daten Dritter verarbeitet, ist der Kunde Verantwortlicher und der Anbieter Auftragsverarbeiter; insoweit gilt der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO, der Bestandteil dieses Vertrags wird.

(3) Nach Vertragsende kann der Kunde seine Daten exportieren; die Löschung richtet sich nach dem AVV. Auf die gesetzlich bzw. vertraglich bedingte längere Aufbewahrung des manipulationsgesicherten Compliance-Audit-Logs wird ausdrücklich hingewiesen.

(4) Datenverarbeitung zur Verbesserung der Plattform: Der Anbieter ist berechtigt, technische Nutzungsdaten in pseudonymisierter und/oder aggregierter Form zu verarbeiten, um die Plattform abzusichern, zu analysieren und weiterzuentwickeln (Produktverbesserung, Funnel- und Nutzungsanalyse). Es erfolgt keine Weitergabe an externe Analyse-Dienstleister. Einzelheiten zu Art, Umfang, Rechtsgrundlage (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO), Speicherdauer und zum Widerspruchsrecht (Opt-out) ergeben sich aus Abschnitt 9 der Datenschutzerklärung.

§ 10 Unternehmereigenschaft

(1) Die Plattform richtet sich ausschließlich an Unternehmer (§ 1 Abs. 4). Ein Verbraucher-Widerrufsrecht nach dem Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz (FAGG) besteht daher nicht.

(2) Sollte im Einzelfall ausnahmsweise ein Verbraucher Vertragspartner werden, gelten die zwingenden Bestimmungen des FAGG und des KSchG; in diesem Fall stellt der Anbieter die gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsbelehrung samt Muster-Widerrufsformular gesondert zur Verfügung.

§ 11 Haftung

(1) Soweit gesetzlich zulässig, haftet der Anbieter nicht für Schäden, die aus der Nutzung oder Nicht-Nutzbarkeit der Plattform entstehen, insbesondere nicht für Schäden an IT-Systemen, Daten- oder Informationsverluste, die vorübergehende oder dauerhafte Nichtverfügbarkeit der Plattform oder gespeicherter Daten, den Verlust, die Löschung, die Veränderung oder Beschädigung von Daten, Betriebsunterbrechungen, entgangenen Gewinn oder sonstige mittelbare Schäden und Folgeschäden. Der Anbieter haftet insbesondere nicht für eine permanente Verfügbarkeit des Dienstes.

(2) Der Anbieter haftet ferner nicht für die inhaltliche Richtigkeit der auf Selbstauskunft beruhenden Auswertungen und Statusberichte (§ 2 Abs. 3) sowie nicht für das Erreichen eines bestimmten Sicherheits-, Compliance- oder Zertifizierungsergebnisses (§ 2 Abs. 4).

(3) Unberührt bleibt die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, für die Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit sowie eine zwingende gesetzliche Haftung (z. B. nach dem Produkthaftungsgesetz).

(4) Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist die Haftung auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt; bei sonstiger leichter Fahrlässigkeit ist die Haftung — soweit gesetzlich zulässig — ausgeschlossen.

§ 12 Nutzungsrechte und geistiges Eigentum

(1) Der Anbieter räumt dem Kunden für die Vertragsdauer ein einfaches, nicht übertragbares Recht zur vertragsgemäßen Nutzung der Plattform ein.

(2) Bereitgestellte Vorlagen, Richtlinien-Templates und Inhalte dürfen vom Kunden für eigene Compliance-Zwecke verwendet und angepasst werden; eine Weitergabe an Dritte zu eigenständigen kommerziellen Zwecken ist ohne Zustimmung des Anbieters unzulässig.

§ 13 Änderungen der AGB und Leistungen

(1) Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, sofern dies aus triftigem Grund (insbesondere Änderung der Rechtslage, der höchstgerichtlichen Rechtsprechung oder des Leistungsumfangs) erforderlich ist. Der Kunde wird über Änderungen in Textform informiert.

(2) Widerspricht der Kunde nicht innerhalb von sechs Wochen nach Zugang der Mitteilung, gelten die Änderungen als genehmigt; hierauf wird in der Mitteilung gesondert hingewiesen. Im Falle des Widerspruchs steht beiden Parteien ein Kündigungsrecht zum Wirksamwerden der Änderung zu.

§ 14 Schlussbestimmungen

(1) Es gilt österreichisches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts und der Verweisungsnormen des internationalen Privatrechts.

(2) Gerichtsstand für sämtliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist — soweit zulässig — das sachlich zuständige Gericht in Graz.

(3) Zur Verbraucherstreitbeilegung: Die EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung wurde zum 20. Juli 2025 eingestellt. Der Anbieter ist nicht verpflichtet und nicht bereit, an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

(4) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt eine wirksame Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt.


Stand: Juni 2026

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